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Ab durch das Reich der Mitte - Reisetipps

 

Visum

Die Einreise nach China unterliegt der Visumpflicht. Zu bekommen ist das Visum in der Konsularabteilung der Botschaft der VR China in 1030 Wien, Strohgasse 22, Tel.: 01/710 36 48, www.chinaemabassy.at oder über diverse Visa Agenturen. Die Zusendung der Unterlagen per Post wird nicht akzeptiert, und der Reisepass muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Aufgrund der Bearbeitungszeit muss das Visum spätestens eine Woche vor Abflug beantragt werden, als Notlösung kann man aber auch ein Express-Visum in Anspruch nehmen, kostet halt mehr. Für das Visum sind je nach Anzahl der eingetragenen Einreisen (einfach, zweifach, multiple) zwischen € 30 und € 55 zu bezahlen. Die maximal erlaubte durchgängige Aufenthaltsdauer in China beträgt 90 Tage, im Regelfall erhält man die Berechtigung für 30 Tage Aufenthalt.
Achtung: Nach Erhalt des Visum ist dieses unbedingt auf die Richtigkeit der Reisedaten zu kontrollieren. Fehler passieren, und mit den chinesischen Behörden ist nicht zu spaßen (siehe dazu auch im Reisebericht).

Unterkunft

In den Städten und touristisch erschlossenen Gebieten findet man ein breites Angebot an Unterkünften westlichen Standards, in abgelegenen Regionen muss man sich mit einfachen, teilweise recht abgewohnten Hotels begnügen. Von der Mittelklasse aufwärts kann man Hotels größtenteils übers Internet buchen, was empfehlenswert ist, weil sie dann oft viel günstiger sind, als wenn man direkt vor Ort verhandelt. Auch der Gang zu einem der Reisebüros vor Ort rechnet sich. Ein Doppelzimmer in einem chinesischen Fünf-Sterne-Hotel kostet je nach Region und Lage zwischen 30 und 80 Euro.

Internet & Telefon

In größeren Ortschaften gibt es Internet-Cafes und in guten Hotels auch Internet-Anschluss am Zimmer (eigenes Notebook und LAN-Kabel mitnehmen, nicht überall ist W-LAN vorhanden). Das Mobiltelefonnetz funktioniert in besiedelten Gebieten bestens. Roaming-Abkommen bestehen mit allen gängigen europäischen Anbietern, für Gespräche innerhalb Chinas macht auch der Ankauf einer chinesischen Prepaid-Wertkarte um 5 bis 10 Euro Sinn (lassen Sie noch zu Hause Ihr Telefon entsperren). Zu beachten ist, dass diese Wertkarten nicht im gesamten Land, sondern nur in den jeweiligen Provinzen funktionieren – kaufen Sie daher eher kleine Beträge.

Essen

Es ist NICHT wahr, dass sich die Chinesen von Hunden, Schlangen und Käfern ernähren. Vielmehr gibt es in China an jeder Ecke Garküchen mit köstlichen Nudeln, Dim Sum, Reis-, Gemüse- und Fleischgerichten (letztere können allerdings für westliche Charaktere ganz schön befremdlich sein – Hühnerbeine beispielsweise sind nicht jedermanns Sache). Mittagessen zum Preis von 20 Cent bis 2 Euro.
Sollten Sie in China zum Essen eingeladen werden, lassen Sie sich das nicht entgehen - es ist ein kommunikatives Erlebnis, das oft in einem separaten Raum des Restaurants stattfindet. Die Speisen werden gemeinsam aufgetragen und in der Mitte des Tisches auf einer runden Drehscheibe platziert, wo sich jeder frei bedienen kann. Und hat man sich an die Tischmanieren der Chinesen erst einmal gewöhnt, kann man das Mahl auch richtig genießen. Garantiert glutamatfrei.

Sprache

Die vermutlich häufigste Phrase zwischen Langnasen und Chinesen ist „Ting bu dong“ – „Ich verstehe nicht.“ In China spricht man Chinesisch, und wenn man sich in China alleine auf die Reise macht, ist man gut beraten, entweder selber Chinesisch zu sprechen oder einen Dolmetscher mitzunehmen (es reicht auch, wenn selbiger verlässlich am Telefon verfügbar ist). Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie mit Englisch durchkommen, selbst in sehr guten Hotels werden Sie häufig nicht verstanden. Die Jugend lernt zwar Englisch in der Schule, das Niveau ist aber zumeist sehr niedrig und reicht über die üblichen Floskeln nach Befinden und Herkunft oft nicht hinaus. Lexika sind hilfreich, und es ist besser Deutsch zu reden als den Mund gar nicht aufzukriegen. In Notsituationen kommuniziert man mit Händen und Füßen.

Straßennetz und Verkehrsaufkommen

Das Straßennetz Chinas ist im Osten des Landes im Küstenstreifen zwischen Peking, Shanghai und Hong Kong extrem dicht und gut ausgebaut. Autobahnen sind mautpflichtig und dürfen mit Motorrädern (und auch mit LKW) nicht befahren werden dürfen. Je weiter man in das Landesinnere vordringt, desto wilder, schmäler und holpriger wird das Verkehrsnetz. In Tibet ist das Gebiet rund um Lhasa sowie der Landstreifen an der Grenze zu Nepal in den letzten zwei Jahren neu ausgebaut worden. Schotterstraßen sind hier selten geworden.
Das Verkehrsaufkommen ist in den Städten bedingt durch das Statussymbol Auto dicht, und rund um die Küstenmetropolen dominieren Abertausende LKWs, die offenbar an keinerlei Abgasvorschriften gebunden sind. Überland ist man streckenweise fast alleine unterwegs und teilt sich die Straße mit Fahrrädern und Mopeds, Rikschas und anderen dreirädrigen Transportfahrzeuge sowie öffentlichen Bussen. Ein gängiges 150-Kubik-Motorrad erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometern, und damit ist man schneller als alles andere.

Motorradkauf in China

In China kann man de facto ausschließlich Motorräder chinesischer Herkunft erwerben. Das hubraumgrößte Modell stammt von „Regal Raptor“ (deren Logo stark an das von Harley Davidson erinnert), ist mit einem 300-Kubik-Motor ausgestattet und kostet als Neufahrzeug rund € 2.000. Am Gebrauchtmarkt dominieren 150-Kubik-Modelle mit einem Marktpreis zwischen € 150 und 350.
Beim Kauf eines gebrauchten Motorrades ist das Kennzeichen gleich mit im Paket dabei, also einfach aufsteigen und fahren. Versicherung für Motorräder gibt es in China keine.

Chinesischer Führerschein

Um in China ein Motorrad zu lenken, bedarf es eines chinesischen Führerscheins (der internationale Führerschein wird nicht anerkannt). Um einen solchen zu erhalten, muss man sich bei der Verkehrsbehörde einer Prüfung unterziehen, die in Form eines Multiple-Choice-Tests und, haha, auf Chinesisch abgehalten wird. Zusätzlich ist eine Fahrprüfung und eine ärztliche Untersuchung absolvieren.
Der einfachere Weg ist semilegal und führt zu einem der örtlichen Reisebüros. Stecken Sie rund € 100 ein und lassen gönnen Sie dem Prozedere drei bis vier Tage Zeit.

Werkstätten & Reparaturen

Im Zuge unserer 2.700-Kilometer-Fahrt mussten wir an unseren Motorrädern mehrmals kleinere Reparaturen durchführen lassen – Bruch der Fußraste, Abriss der Endtopfhalterung, Abriss der Scheinwerferhalterung, Loch im Endtopf und so. Diese Arbeiten kosten zwischen gar nix (freundliches Lächeln) und 2 Euro und können an jeder Straßenecke durchgeführt werden - die Chinesen sind Meister des Handwerks und Improvisierens. Ein Ölwechsel schlägt sich mit 1,5 Euro zu Buche, Bremsbeläge kosten 3 Euro, ein Vorderreifen 6 Euro, eine komplette Auspuffanlage 12 und ein neuer Tank 15 Euro. Ersatzteile für chinesische Motorräder werden selbst in kleineren Städten innerhalb einer halben Stunde herangeschafft. Sorgenfreies Leben!

 

Organisierte Motorradreisen in China

Unser Tipp: Asia Bike Tours

 

 

 
 
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Letzte Änderung am Mittwoch 1 Oktober, 2008 23:58