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Mitte Dreißig

Ich will nicht alles, aber ich will viel.
 

20 ist fein. Wir sind jung und die Welt gehört uns.

25 ist auch fein. Wir sind jung und die Welt gehört uns.

28 ist fein. Wir sind jung und wir verstehen die Welt.

29 ist OK. Der Dreißiger ist ja erst in einem Jahr.

30 ist zu unserer großen Freude schwer in Ordnung. Wir feiern ein gediegenes Fest, und alle unsere Freunde kommen. Mit Dreißig fängt das Leben an und wir nehmen es jetzt so richtig in die Hand.

31 ist .. na ja.

32 ist nicht anders als 31. OK, es geht uns nicht schlecht, wir haben einen gut bezahlten Job, wir haben eine Beziehung oder aber gerade die Scheidung hinter uns, wir haben ein, zwei oder keine Kinder, haben unsere Freiheit, einen Liebhaber, einen Hund oder einen Kanarienvogel. Alles im grünen Bereich. Aber trotzdem, irgendwie...

33 ist wie 34 und dann kommt der 35er.

35. Mitte Dreißig. Lebensmitte? Neinnein, nix da, die Medizin leistet heutzutage unglaubliches, wir werden sicher älter als 70. Sicher. Klar, man kann Pech haben, aber Glück ebenso gut.
Warum also dieser seltsame Rand von Unruhe rund um unser Denken?
Weil es noch so viele andere Dinge gibt, die interessant wären zu tun, zu sehen, zu erleben. Eine Weltreise, eine Diät, eine Ausbildung zur Esoterikberaterin, ein Kurs für Aktiengeschäfte, eine Therapie, einen Baum pflanzen, zum Helikopter-Skiing nach Kanada fliegen, ein Haus bauen, heiraten, Kinder bekommen, das Badezimmer verfliesen, ein Buch schreiben, mit dem Partner schön essen gehen, einen Spaziergang durch den Herbstwald machen, am Motorrad wieder einmal so richtig Gas geben, mit den Kindern in den Zoo schauen. Einen Joint rauchen und eine alte Platte von den Doors hören. Am Sonntag zum Brunch ins Marriott gehen. Guter Sex. Eine Gehaltserhöhung einfordern, dem depperten Nachbarn endlich die Meinung sagen, und dem Trafikanten, dem Bankbeamten und dem Verkäufer beim Auner auch gleich. Ein Wochenende nach Paris fliegen. Ausschlafen.

***

Das Wollen bewahrt uns davor, in Erstarrung zu verfallen. Es hält uns in Bewegung. Mitte Dreißig holt uns die Tatsache ein, dass unsere Zeit begrenzt ist. Die Aufgabe besteht wohl darin, eben das zu erkennen. Vermutlich tut man gut daran, nicht zu viel zu wollen.

Text: Karin Mairitsch


Und nun zu etwas ganz anderem:

Was ist Erfolg?
(aus dem Internet, danke Norbert)

Im Alter von 3 Jahren bedeutet Erfolg:
Nicht in die Hose zu machen.

Im Alter von 12 Jahren bedeutet Erfolg:
Freunde zu haben.

Im Alter von 18 Jahren bedeutet Erfolg:
Einen Führerschein zu haben.

Im Alter von 20 Jahren bedeutet Erfolg:
Sex zu haben.

Im Alter von 35 Jahren bedeutet Erfolg:
Geld zu haben.

Im Alter von 50 Jahren bedeutet Erfolg:
Geld zu haben.

Im Alter von 60 Jahren bedeutet Erfolg:
Sex zu haben.

Im Alter von 70 Jahren bedeutet Erfolg:
Einen Führerschein zu haben.

Im Alter von 75 Jahren bedeutet Erfolg:
Nicht in die Hose zu machen.

 
 
 
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Letzte Änderung am Montag 19 März, 2007 20:53 von Webknecht.