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Home - Leben - Lähmung in Mozambique
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| Es
muss nicht immer Vollnarkose sein
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| Die Lähmung des Armes gibt sanften Vorgeschmack auf Mozambique |
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Offenbar musste ich mich ruhig stellen: Seitenband-Abriss am rechten Daumen, ein Fall für den Operationssaal im Unfallkrankenhaus Mödling. Dort kennen sie mich schon. Der Primar nimmt sich der Sache selber an. „Sie fahren Schi, Motorrad, Snowboard und Mountainbike. Ihre Akte ist dick, und Sie haben bereits mehrere Vollnarkosen hinter sich. Wie wäre es diesmal mit etwas Neuem?“ Er lächelt milde. „Sie könnten sich ja diesmal nur den Arm narkotisieren lassen. Plexus Anästhesie nennt sich das. Sie bleiben bei Bewusstsein und können zusehen, Ihr Arm schläft. Wäre das was?“ Oh ja. Das wäre was. Das nehm ich! *** Klar bekomme ich am Abend vor der Operation Hosenflattern. Ein Eingriff an der Hand bei vollem Bewusstsein? Bin ich blöd? Die Nachtschwester verspricht Milderung: „Morgen früh bekommen Sie eine rosa Tablette, dann ist alles gut.“ Und sie hat Recht. Mit einem kräftigen Valium im nüchternen Magen kann mich nichts mehr erschüttern. Alsbald werde ich von einem weiß gewandeten Wesen abgeholt, das mich und mein Bett einen Stock tiefer in Vorraum des Operationssaals bringt. Dort wartet bereits der Anästhesist. „Guten Morgen“, sagen zwei dunkelbraune Augen freundlich, „ich werde Ihnen nun eine sanfte Lokalnarkose in die Achsel verpassen und anschließend mit einem leichten Elektroschock den Nerv suchen. Bereit?“ Na logo. Und dann stechen diese zwei dunkelbraune Augen eine dünne Elektroschock-Sonde in meine betäubte Achsel. Marionettengleich beginnen sich meine Finger zu bewegen. Ohne mein Zutun zucken zuerst Mittel- und Ringfinger, dann Ringfinger und kleiner Finger, dann der Daumen. Punktlandung. Gurresch injiziert ein langwirkendes Lokalanästhetikum in den Nervenstrang, und nach wenigen Minuten ist mein Arm gelähmt. Gelähmt! Im Operationssaal wartet bereits das Team auf mich, genauer gesagt: Das Team wartet auf meine rechte Hand, die nicht mehr Teil von mir ist. Ich werde umgebettet, der Primar tritt auf, die Operation beginnt. Schön. Vom Geschehen gänzlich unbeeindruckt eröffne ich ein Schwätzchen mit dem Anästhesisten und begebe mich gemeinsam mit ihm auf eine glückliche Reise an die menschenleeren Palmenstrände von Mozambique. Die Operation dauert eine halbe Stunde, und als alles vorbei ist, schlafe ich im Aufwachraum friedlich ein. Meinen Arm erhalte ich erst am späten Nachmittag wieder zurück.
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| Text
und Bild: Karin Mairitsch |
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Letzte
Änderung am
Mittwoch 25 Juli, 2007 11:57
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